1765
Nach den Verwüstungen des Siebenjährigen Krieges wird der Carneval zunächst mit Opernproduktionen in französischer und deutscher Sprache aufgenommen. In den weiteren Jahren wechseln sich italienische, deutsche und französische Opern zur Carnevals-Zeit ab, wobei der Carnevals-Bezug immer weiter abnimmt.
1945
Am 13. Februar, dem Faschingsdienstag, wird die große Faschingsveranstaltung im Zirkus Sarrasani durch Luftalarm jäh unterbrochen. Wenige Minuten später wird Dresden im Feuersturm des Bombardements durch alliierte Luftwaffe zerstört. Über 25.000 Menschen kommen dabei ums Leben. Der Pfarrer Karl Josef Friedrich (1888-1965) hat in seinem Buch „Die Dresdner Fastnacht“ ebenso darauf Bezug genommen, wie zahlreiche andere Zeitzeugen. Seitdem ist Fastnacht oder Karneval in Dresden für Jahrzehnte mit dem tragischen Ereignis verbunden.
1979
Der Dresdner Carneval Club wird gegründet, um eine neue Faschingstradition rheinischer Art mit Elferrat, Funkengarden, Showtanz und Bühnenshows zu etablieren.
1980er Jahre
Die Faschingsfeiern an der Dresdner Kunsthochschule mit ihrer unbeschwerten und systemfernen Leichtigkeit sind legendär. Sie spiegeln sich in Kunstwerken wieder wie in dem Ölgemälde „Die Fastnacht“ von Markus Retzlaff. Die Defa-Serie “Sachsens Glanz und Preußens Gloria” (1988) brachte eine Wiederbelebung des Interesses an der höfischen barocken Kultur in Dresden und der DDR.
2019
Die von der Dresden Marketing GmbH organisierten Feierlichkeiten anlässlich des 300. Jubiläums der Hochzeit des späteren August III. und der Kaiserstochter Maria Josepha von Habsburg stießen auf internationales Echo. Hoffnungen auf eine Wiederbelebung der barocken Feierkultur wurden durch die Corona-Pandemie zerschlagen.
2022
Am Samstag, den 27. Februar trafen sich Mitglieder der verschiedenen Dresdner Barockvereine und begeisterte Privatpersonen zum Flanieren am Dresdner Neumarkt.
Bei herrlichem Sonnenwetter feierte der 1. 𝑬𝒍𝒃𝒗𝒆𝒏𝒆𝒛𝒊𝒂𝒏𝒊𝒔𝒄𝒉𝒆 𝑪𝒂𝒓𝒏𝒆𝒗𝒂𝒍 𝒅𝒆𝒓 𝑵𝒆𝒖𝒛𝒆𝒊𝒕 seine Premiere und zauberte vielen Besuchern ein Lächeln ins Gesicht.
2023
Trotz wechselhaftem Wetter flanierten am Samstag, 18. Februar wieder begeisterte Liebhaber historischer Roben zum 2. 𝑬𝒍𝒃𝒗𝒆𝒏𝒆𝒛𝒊𝒂𝒏𝒊𝒔𝒄𝒉𝒆𝒏 𝑪𝒂𝒓𝒏𝒆𝒗𝒂𝒍 durch die Dresdner Altstadt.
2024
Bei herrlichstem Frühlingswetter feierten über 100 Maskierte aus Dresden und Deutschland und darüber hinaus den 3. 𝑬𝒍𝒃𝒗𝒆𝒏𝒆𝒛𝒊𝒂𝒏𝒊𝒔𝒄𝒉𝒆𝒏 𝑪𝒂𝒓𝒏𝒆𝒗𝒂𝒍 – viele davon nahmen am gesamten Programm teil:
– Kuratorenführung durch die Gemäldegalerie Alte Meister, die eindrücklich die Brücke von Venedig zur Dresdner Festkultur schlug.
– Venezianisches Familienbuffet im Hotel Hilton Dresden
– Flanieren durch die Dresdner Altstadt. Dabei konnten viele Dresdnern und Gäste der Stadt mit positiven Bildern erfreut werden.
– Autorenlesung von Dr. Romy Donath aus ihrem Roman “Die Entführung der Primadonna” aus der sächsisch-venezianischen Geschichte im Kügelgenhaus.
– Festliches Dinner mit Tanz im Restaurant ANNA im Residenzschloss.
2025
Beim 4. 𝑬𝒍𝒃𝒗𝒆𝒏𝒆𝒛𝒊𝒂𝒏𝒊𝒔𝒄𝒉𝒆𝒏 𝑪𝒂𝒓𝒏𝒆𝒗𝒂𝒍 gab es neben dem traditionellen Buffet im Hotel Hilton Dresden und dem Flanieren in der Dresdner Altstadt auch einige neue Erlebnisse: im Stallhof konnten auch die nicht maskierten Besucher bei einem Reihentanz mitmachen, was auf große Begeisterung stieß. Im Kügelgenhaus referierte Dr. Uta Sauer über die politische Bedeutung der Maskentänze am Dresdner Hof. Das Abenddinner fand in diesem Jahr im barocken Innenhofe des Pöppelmannbaus des Bilderberg Hotel Bellevue statt. Zudem stieß der Elbvenezianische Carneval auf großes Medienecho. So berichtete nicht nur der MDR in seiner Sendung “MDR um 2” ausführlich über das Event. Auch Medien in Italien (unter anderem dem Corriere del Veneto aus Venedig und Umgebung), England und Irland fanden den Elbvenezianischen Carneval bemerkenswert. Einen schönen Eindruck des Elbvenezianischen Carnevals 2025 bietet ein ausführliches Youtube-Video.
2026
Der 5. Elbvenezianische Carneval begann am 13. Februar im Gedenken an die Opfer des Bombenangriffs auf Dresden am Fastnachtsdienstag 1945 ohne Masken mit der Vorstellung des neuen Buchs “Dresdner Lustbarkeiten” von Christoph Münch. Das Flanieren am Samstag, 14. Februar, dem Valentinstag, führte in diesem Jahr unter großer Publikumsbeteiligung vom Neumarkt zum frisch sanierten Zwingerhof, wo Mitglieder des Barock in Dresden e.V. einen historischen Tanz aufführten und anschließend zu einem Gassentanz einluden. Abschluss war wieder mit Tanz und Musik im Stallhof. Hier lud Graf Cagliostro von der Höfischen Gesellschaft Berlin zum Mitmachtanz ein. Nach dem Vortrag von Klaus-Werner Haupt über den venezianischen Kunsthändler in sächsischen Diensten Francesco Algarotti im Kügelgenhaus trafen sich Maskierte aus ganz Deutschland zum Ball im barocken Innenhof des Bilderberg Bellevue Hotels. Einen einmaligen Abschluss des Programms bot die Stiftung Frauenkirche mit ihrem Konzert “Ein Elbvenezianischer Maskenball”. KiKa-Moderator Juri Tetzlaf und das Ensemble Frauenkirche unter Matthias Grünert stellten italienische Barockmusik vor. Musiker und viele Besucher waren barock-venezianisch gekleidet.